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Trainingslager zu Hause

Die meisten Radsportler und Triathleten absolvieren ihr ein- bis zweiwöchiges Wintertrainingslager zwischen Januar und März. Aber was tun, wenn eine Reise in wärmere Gefilde nicht möglich ist? Trainingslager zu Hause? Warum nicht!?
Die negativen Seiten eines Verzichts auf ein Training unter einer warmen Sonne fallen dem Leser sicher genug ein. Ich zeige daher wie man so eine «Home-Trainingslager» am besten organisiert und welche Vorteile das Trainingslager vor der Haustüre haben kann.

Vorteile? Ja, du hast richtig gelesen!

Eigene Küche

Natürlich ist es bequem, sich nach einer langen Trainingseinheit am Hotelbuffet den Bauch vollschlagen zu können ohne vorher in der Küche stehen zu müssen. So ein Hotelbuffet birgt aber auch Gefahren. So kommt es nicht selten vor, dass Athleten mit mehr Speck auf den Rippen aus dem Trainingslager kommen 😊.

Selber kochen mag mehr Aufwand bedeuten, es bietet aber auch Chancen. Mach einen Menu-Plan, der sowohl deinen Geschmack trifft als auch deine Bedürfnisse als Sportler bedient. So fällst du nicht den Verführungen eines nett angerichteten Dessert-Buffets zum Opfer.

Generell solltest du vor dem Start zu jeder Einheit «vorkochen». So ist das Essen nach dem Training schnell angerichtet.
Wer sich bei all dem Training trotzdem etwas gönnen will, kann ja einen Teil des gesparten Geldes in Restaurantbesuche investieren (wenn diese dann wieder offen sind 🙂 ).

Geringeres Risiko zu erkranken

Auch ist das Risiko zu erkranken nicht grösser, wenn man in der Kälte trainiert. Nicht kalte Luft macht krank, sondern die Nähe zu anderen Personen in ungelüfteten Räumen, wie Flugzeugkabinen oder Hotelrestaurants (wie wir während Corona gelernt haben).

Sport draussen stärkt das Immunsystem. Anfällig sind Sportler aber kurz nach dem Training, da für einen kurzen Zeitraum die Immunabwehr geschwächt ist. Und auch hier bietet das Training zu Hause einen Vorteil: Der Abstand zu anderen Personen nach der Trainingseinheiten ist hier wesentlich einfacher einzuhalten (mal davon abgesehen, dass wir ja ohnehin Abstand halten).

Die eigene Umgebung neu kennenlernen

Du bist schon seit Jahrzehnten bei dir in der Region mit dem Rennrad oder Mountainbike unterwegs und meinst, es gibt keine Ecke, die du noch nicht kennst? Falsch! Mach es dir zur Aufgabe an jedem Trainingstag mindestens einen Streckenabschnitt zu finden, den du noch nie gefahren bist. Du wirst dich wundern, was du alles Neues entdeckst.

Tipps zur Organisation

Bei einem Trainingslager geht es darum, die Umfänge und manchmal auch die Intensitäten gegenüber dem «Durchschnittstraining» zu steigern. Dazu musst du bei einem Trainingslager zu Hause nicht unbedingt Urlaub nehmen. Vielleicht hast du ja die Möglichkeit, Überstunden abzubauen und halbtags schaffen? So kann man mit etwas Glück mit dem Wetter innerhalb von 9 Tagen auch auf über 20 Trainingsstunden kommen.
Klar, die Doppelbelastung von Arbeit und Training ist nicht ideal. Achte also auf ausreichend Erholung nach den Trainingseinheiten.

Um die Mehr-Belastung eines Trainingslagers zu meistern, sollte eine Grundfitness vorhanden sein (das gilt auch für «normale» Trainingslager). Mindestens sollte 30-50 Stunden in der Saison bereits trainiert worden sein. Wie viele Kilometer du in den Beinen haben musst, bevor du dein Trainingslager startest, ist aber recht individuell.
Geh auch möglichst erholt in solch ein Trainingslager und Ruhe dich auch im Anschluss für 4-7 Tage aus.

Das Wetter stellt natürlich die grösste Herausforderung dar. Entsprechende Kleidung ist selbstverständlich. Dazu hier mehr. Bei sehr widrigen Bedingungen kann die Ausfahrt mit einer Trainingseinheit auf dem Ergometer kombiniert werden. Wer sich in der allgemeinen Grundlagenphase befindet, kann vor und/oder nach der Radeinheit auch laufen.
Ebenfalls bietet es sich an, ein ausgedehntes Krafttraining zu absolvieren.

Natürlich ist es für die meisten Sportler trotzdem schwer auf das Training in einer Urlaubsregion zu verzichten. Gib der Sache aber eine Chance und sieh die positiven Seiten.

Greg
Greg
Gregor Lang ist der Betreiber dieser Seite, Trainer und sein eigener Chef. Wenn er nicht gerade Trainingspläne schreibt oder Trainingsdaten analysiert, probiert er neue gute und gesunde Rezepte aus. Fragen von Athleten bringen ihn auf die Ideen zu zahlreichen Blogeinträgen.
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